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Schützenverein Langeneichstädt e.V

Abriß der Vereinsgeschichte Langeneichstädt, 11.05.05Wappen des Schützenvereines Langeneichstädt e.V.

02.09.1875 bis 2005

Der Schützenverein Langeneichstädt kann im Jahre 2005 auf zwei Jubiläen zurückblicken.

Am 02.September 1875 wurde eine Schützenvereinigung in Niedereichstädt gegründet, die sich den Namen "Krieger-Verein" gab. Es waren 56 Gründungsmitglieder anwesend. Das Protokollbuch zeigt die Vereinsaufgaben, die in Form von Satzungsparagraphen 1 bis 12 niedergeschrieben sind, auf.

Langeneichstädt bestand zur damaligen Zeit aus den Obereichstädt und Niedereichstädt. Nach der Vereinsgründung wurde in Niedereichstädt ein Schießstand gebaut und vom oben genannten Verein für Übungsschießen genutzt.

Unserem Schützenverein übergebene Fotounterlagen von 1926 zeigen eine existente Schützengilde in Niedereichstädt. Die Schützengilde ist wahrscheinlich aus dem Kriegerverein hervorgegangen. Durch den Kriegerverein oder die Schützengilde wurde ein Vereinshaus errichtet und war als Schützenhaus in Niedereichstädt bis 1949 bekannt. Später, nach 1949, wurde das Schützenhaus zu einem Kindergarten umgebaut welcher bis 1992 fortbestand. Der Schießstand wurde 1950 im Rahmen des Baues eines neuen Sportplatzes zugeschüttet.

Über die Vereinsgründung in Obereichstädt gibt es bislang keine Unterlagen. Es muss aber eine Schützenvereinigung gegeben haben, denn nach alten Überlieferungen wurde in der so genannten "Grutschke" vor 1900 ein Schießstand gebaut und von den Obereichstädter Schützen genutzt. Ein weiteres Dokument vom 25.07.1939 ist vorhanden, welches einem Kriegerverein in Obereichstädt den Schießstandbau in der so genannten Pflaumenhole erteilt. Dieser Schießstand sollte als 100 m Schießstand parallel zu unserem heutigen Schießstand gebaut werden.

Die bisherigen Unterlagen wurden uns durch Herrn Backhaus übergeben. Sie stammen aus dem Kirchenarchiv und sind als Leihgabe in Vereinsbesitz, als Originale, vorhanden.

Auch nach dem 2. Weltkrieg gab es Interessenten für eine schießsportliche Betätigung. So wurde am 26.06.1955 eine Grundorganisation der GST gegründet. Gründungsmitglied Manfred Schulze lebt heute noch in Langeneichstädt und kann uns den Gründungstag bestätigen. Gründungsmitglieder waren neben Herrn Schulze die Herren Fritz Lützkendorf, Heinz Schwarze, Manfred Illner, Hubert Seibicke, Fritz Drews, Horst Schramm. Das Gründungsprotokollbuch fehlt noch, ist aber laut Aussage von Herrn Schulze geschrieben und geführt. Zur Gründung wurde eine Namensauflistung A3 auf eine Samtunterlage gerahmt. Dieses Dokument ist leider nicht mehr vorhanden. Zum Vereinsvorsitzenden wurde Manfred Schulze gewählt.

Die anfänglichen Übungsschießen wurden auf dem alten 2-Bahnen- Schießstand in sogenannten “Grutschke” durchgeführt. Es gab nur das KK-Gewehr M 110 (Baujahr 1939) als Einzelladegewehr, später das Sportschützengewehr M IV.

Das Interesse am Schießsport war sehr groß, so dass bereits 1958 ein Schützenfest durchgeführt wurde. Schützenkönig wurde Manfred Schulze. Das Schützenfest war zwar nur ein Wettkampf zur Ermittlung der besten Schützen des Ortes, ohne wesentliche kulturelle Umrahmung, hat aber zum qualitativen Leistungsanstieg geführt.

Die Trainingsbedingungen auf dem alten Schießstand waren schlecht, der Schütze lag auf der blanken Erde, es gab keine Sicherheit seitwärts und nach oben. Über dem Schießstand hatten Anwohner Gärten angelegt, dadurch waren die Sicherheitsanforderungen nicht mehr gewährleistet. Der Schießstand wurde 1959 gesperrt.

Anfangs existierte nur eine Sektion Sportschießen, deren Mitglieder im sogenannten 3- Stellungskampf beachtliche Ergebnisse erzielten. Von 150 möglichen Ringen wurden bis zu 129 Ringe erreicht. Bereits 1957 konnte eine Mannschaft aus Langeneichstädt einen 2.Platz bei den Bezirksmeisterschaften in Aschersleben erzielen. Manfred Schulze belegte in der Einzelwertung einen beachtlichen 3. Platz. Um bessere Trainingsbedingungen im Sportschießen zu erzielen, haben die Vereinsmitglieder unter der Leitung des Vereinsvorsitzenden Manfred Schulze beschlossen, einen neuen Schießstand in der sogenannten Pflaumenhohle zu bauen.

Der Rat der Gemeinde stellte dazu das Gelände in der “Pflaumenhole” zur Verfügung. Diese Pflaumenhole war zu dieser Zeit eine illegale Aschengrube. Nach Beseitigung von Schutt und Asche wurde 1959 mit dem Bau begonnen. Die Kameraden Schulze und Illner besorgten das Baumaterial aus Abbruchobjekten des Braunkohlewerkes Mücheln. Aus dem Holz einer alten Scheune wurde der Dachstuhl des Schießstandes errichtet. Viele Stunden freiwilliger Arbeit war zum Schießstandbau notwendig. Die Kameraden Manfred Schulze, Manfred Illner, Adolf Wittek, Fritz Benndorf, Walter Loth, Gerd Stöhr, Günter Winzer und Richard Schumann haben sich beim Schießstandbau besonders verdient gemacht.

Der neue Schießstand wurde, am 08.05.1960, durch den damaligen Vorsitzenden Ernst Weißbart eingeweiht. Die Schießanlage ermöglichte ein intensives Training, welches dann auch zu weiteren Erfolgen führte. Rundenwettkämpfe und Kreismeisterschaften wurden jährlich ausgetragen.

Die Grundorganisation bestand 1958 aus einer Sektion Schießsport mit 25 Mitgliedern, einer Sektion Gebrauchshunde mit 30 Mitgliedern, einer Sektion Reitsport mit 20 Mitgliedern, einer Sektion Flugmodellsport mit 8 Mitgliedern, einer Interessengemeinschaft Sporttauben mit 1 Mitglied und der Sparte Jagd mit 16 Mitgliedern. Die Grundorganisation der GST führte von 1963 bis 1974 Kamerad Günter Winzer. In jedem Jahr wurde eine Schießveranstaltung als Tag der GST, am 08. Mai, organisiert und durchgeführt. Die Leistungen waren nachhaltig. Langeneichstädt war im Kreis immer Sieger. Neben Kreis- Bezirksmeistern wurde u.a. ein 12. Platz 1963, durch Manfred Schulze und einen 3. Platz 1964, durch Roland Rühlemann bei den DDR Meisterschaften errungen.Durch die vielen Mitglieder der einzelnen Sparten konnte einige GST- Feste organisiert werden. So wurde 1961 das Schießen mit einem Reitturnier mit 120 Pferden aus der gesamten Republik umrahmt.

1983 hat diese Schützenvereinigung ein sogenanntes Veteranenschießen organisiert und durchgeführt. Veteranenschießen wurde das Fest genannt, weil dazu alle ehemaligen Kameraden die seit der Gründung dem Verein angehörten, dazu eingeladen waren. Auch die Mitglieder aus den Vereinen des Kreisverbandes Querfurt nahmen daran teil.

Aus der Idee des Veteranenschießens im Jahr 1984 entstanden die jährlichen Schützenfeste, die bald zu einer Tradition im Ort wurden. Organisation und Durchführung dieser Feste verlangten von den Beteiligten alles ab.

Ein Einbruch in die Waffenkammer, der Diebstahl von vier Waffen, vermutlich durch die Stasi ausgefuhrt, und die anschließenden Ermittlungen im Jahr 1989 führten zunächst zur Auflösung des Vereins. Doch man raufte sich wieder zusammen und am 24.04.1990 fanden sich einige unentwegte wieder zusammen , hoben den Schützenverein Langeneichstädt e.V. aus der Taufe. Die Herren Günther Dietrich, Michael Fauska, Bernd Schwieger, Harald Noack , Günter Zimmermann und die Frauen Doris Loth sowie Conny Voigt gehörten zu den Gründungsmitgliedern und wählten Harald Noack zum Vereinsvorsitzenden. Die Schützen wurden Schützenschwestern und Schützenbrüder. Der Verein erhielt den Namen Schützenverein Langeneichstädt e.V , er ist konfessionell neutral und als gemeinnütziger Verein unter der Nr. 0014 beim Kreisgericht Merseburg -Querfurt registriert. Der Verein legte sich eine Vereinsfahne zu und diese ist bei allen landesweiten Traditionsveranstaltungen, mit Abordnungen von Mitgliedern, dabei.

1994 zum ersten Schützenfest der Neuzeit, wurde die Vereinsfahne durch den Präsidenten des Landesschützenverbandes, Hans Keller, feierlich geweiht.
Neben der sportlichen Komponente pflegt man vor allem Geselligkeit und Tradition.
Zur Geselligkeit ist das Schützenfest gut geeignet und der Verein belebte dieses nach eine vierjährigen Unterbrechung 1994 neu. Es ist nunmehr, nach 21 Jahren, eine traditionelle Veranstaltung welche von den Bürgern anerkannt ist. Das Schützenfest wird in jedem Jahr organisiert und ist als solches eines der größten Feste im Kreis Merseburg - Querfurt. Die Durchführung des Schützenfestes wird jedes Jahr ausgeschrieben. Die Gaststätte mit dem Besten Angebot erhält den Zuschlag und muss sich von der Gastronomischen Betreuung über die Discoveranstaltung, den Schützenball und der Umrahmung um nahezu alles kümmern, was kommerziell bei einem solchen Fest erforderlich ist.

Von vielen Gastschützenvereinen in jedem Jahr besucht ist das Fest ein echter Höhepunkt im Vereinsleben. Schützenfest ist also auch Fest der Schützen. Sowohl für die junge- und älter Generation ist das Fest in jedem Jahr ein Treffpunkt. Es feiern nicht nur die Schützen, viele Bürger sind voll auf das Fest konzentriert. So werden die Vorführungen der Kindergarten-, Schul- und Vereinskinder der Karate und Karnevalvereine von vielen Zuschauern begleitet. Eltern staunen über das Können ihrer Kinder. Viele kommen um am Nachmittag um den Kuchen, den die Vereinsfrauen mit viel Liebe gebacken haben, zu probieren. Bei einer guten Tasse Kaffee den Klängen der Blasmusikanten zu lauschen ist für viele der älteren Generation die Entspannung vom Alltagstress. Vorführungen des Vereins “ Deutsche Schäferhunde” werden ebenfalls in jedem Jahr von vielen Zuschauern erwartet. Nicht zuletzt möchten wir die Feuerwehr erwähnen. Sie helfen uns in jedem Jahr sowohl als Begleiter des Schützenumzuges als auch als Absperrorgane und Mitgestalter durch Vorführungen Ihrer modernsten Technik.

Die Schützenkönige werden eine Woche vor dem Fest ermittelt.
Schützenkönig und Schützenkönigin werden in einem Zeremoniell nach dem Schützenumzug gekrönt und geehrt. Den Schützenball eröffnet natürlich immer Sonnabends 20.00 Uhr das Königspaar.
Am Sonntag, 10.00 Uhr, werden alle Vereinsmitglieder zum Sektfrühstück durch das Königspaar gerufen. Natürlich sind für den Schützenkönig die Festtage nicht gerade billig. Mit einigen Fässern Bier hat er sein Gefolge bei Laune zu halten.
Am Sonntag zum Schluss des Festes wird das Königspaar mit einer Kutsche nach Hause gefahren. Die Königscheiben werden an die Königshäuser angeschlagen. Viele Schaulustige sind bei diesem Zeremoniell dabei. Ein Glas Bier und ein kleiner Imbiss beim Königspaar runden diese Tage recht herzlich ab. Auch die Bürgerschützenkönige werden ermittelt und mit Sachpreisen geehrt.
Mit der Gemeindeverwaltung Langeneichstädt hat der Schützenverein einen langfristigen Pachtvertrag über 70 Jahre abgeschlossen. Die Schießanlage, mit einem 6-Bahnen KK- Gewehrstand, wurde vom Schützenverein aus dem GST-Bestand übernommen. Der KK-Schießstand wurde entsprechend den heutigen Sicherheitsbestimmungen umgebaut und im Jahre 2001 mit Scheibenzuganlagen ausgerüstet. Das Gelände mit dem Gewehrstand wurde auf etwa 2500 qm erweitert und ein geschlossener Pistolenstand angebaut. So wurde vom Schützenverein Langeneichstädt e.V. in den 15 Jahren der Neuzeit, die Schießanlage in der sogenannten Pflaumenhole auf einen 5 Bahnen Pistolenstand (Raumschießanlage) mit Vorbereitungsraum und Auswertungsraum sowie einem Vereinsheim mit Küche erweitert.

Die Vereinsaktivitäten sind im jährlich aufgestellten Vereinskalender vielseitig und nachweisbar dargestellt. Beginnend mit einem Neujahrsschießen, der Durchführung der Vereinsmeisterschaften in 3 Gewehr- und 2 Pistolendisziplinen, Durchführung von Pokalschießen, der Teilnahme an den Kreis- und Landesmeisteschaften und weiteren Wettkämpfen im Territorium sind die Wochen für unsere Schützen nahezu ausgefüllt.

Die sportlichen Erfolge unsers Vereins sind vielfältig (siehe Anlage Wettkampferfolge 2004). In Jedem Jahr haben wir Kreismeister auszuzeichnen. Die Teilnahme an Landesmeisterschaften ist entsprechend der Leistungen unterschiedlich, aber vordere Plätze werden immer erreicht. 1999 gelang unserem Schützenbruder Pierre Bornschein in der Juniorenklasse und der Disziplin “Sportpistole” ein hervorragender 7. Platz bei den Deutschen Meisterschaften in München.

Jm Jahre 2003 haben wir mit einem Schützenclub, der Gemeinde Rudno nad Hronom in der Slowakei, eine Schießsportpartnerschaft abgeschlossen. Einmal im Jahr treffen wir uns zu gemeinsamen Vergleichsschießen. Im Jahr 2005 findet vom 13.- 16.05.05 bereits das 4. Vergleichsschießen statt. Der Ursprung und die Vereinsgeschichte ist mit den obigen Darlegungen im Wesentlichen wiedergegeben. Sollten sich weitere Dokumente aus der Gesamtgeschichte des Schützenwesens von Langeneichstädt auffinden, so werden diese den jetzigen Unterlagen beigefügt. Die Unterbrechungen nach- bzw. während der Weltkriege sind historisch bedingt und bei allen Vereinen vorhanden.

Mit freundlichen Grüßen

Schützenverein Langeneichstädt e.V

Harald Noack

Vorsitzender

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